Deine hilfreiche Empfangsdame

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Ich habe den Eindruck, viele Leute unterschätzen die Bedeutung und die Möglichkeiten ihrer Webseite. Sie haben eine Webseite, weil man heutzutage halt eine braucht. Das ist schon nicht ganz verkehrt, aber wozu?

Diese Frage lohnt sich zu stellen und zu beantworten – sonst verschenkst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Menge Potenzial.

Der erste Eindruck zählt

Kleider machen Leute, sagt man schon lange, und da steckt ein großes Stück Wahrheit drin. Genauso würde ich sagen: Webseiten machen Unternehmen!

Der allererste Berührungspunkt mit einem Unternehmen ist sehr oft die Webseite, und die erweckt immer einen Eindruck. Keine Webseite zu haben erweckt natürlich auch einen – auf den, den eine vorhandene Webseite macht, hast Du aber sehr viel Einfluss.

Ein paar Beispiele

Ich sehe jeden Tag Webseiten zum ersten Mal, und dank geübtem Auge kann ich schnell sagen, was für einen Eindruck sie auf mich machen und warum.

  • Eine helle, luftige, aber ausgewogene Gestaltung wirkt freundlich und offen. Wenn dagegen wenig Text mit kleiner Schrift neben einem riesigen Bild steht, so dass ein großer Weißraum entsteht, sieht das amateurhaft aus.
  • Wenn alle inhalte auf einem sauberen Raster mit passenden Abständen platziert sind, wirkt das aufgeräumt und verlässlich. Laufen Texte unschön ineinander oder sind Terminlisten veraltet, verliere ich schnell das Vertrauen.
  • Kleine Schnörkel und Animationseffekte wirken verspielt und können funktionieren, wenn sie wirklich klein sind und dieser Stil zum Unternehmen bzw. der Person passt. Erst vor kurzem ist mir aber eine Webseite begegnet, bei der beim Scrollen über die ganze Seite eine schicke Animation purzelte. So kann ich den Text nicht lesen, Leute, ich bin hier nicht zum Spielen.

Deine Webseite ist Deine Vertretung

Stell Dir eine Webseite wie eine Empfangsdame vor, in einem kleinen, von Dir eingerichteten Raum. Sie ist ein Roboter und kann alles, was Du ihr beigebracht hast:

  • Erklären, was Du anbietest und für wen und warum das interessant ist
  • Nützliche Dokumente anbieten (meistens PDFs)
  • Häufige Fragen beantworten
  • Eine strukturierte Anfrage entgegennehmen: Wenn Du sowieso bestimmte Daten brauchst, um eine Anfrage bearbeiten zu können, dann macht es Sinn, sie per Formular gleich abzufragen
  • Deine Autorität und Kompetenz mit mehr Infos unterfüttern (zum Beispiel durch Links zu externen Forschungsergebnissen)

Je nachdem, was und wie Du arbeitest, kann Dir das eine fantastische Menge Arbeit abnehmen! Und: Wenn Deine Webseite NICHTS davon tut, wozu kostet sie Dich dann Zeit und Geld?

Passiver Effekt: Repräsentation

Nicht zu unterschätzen für den Eindruck ist aber auch, wie Deine Webseite „rüberkommt“. Sie repräsentiert Dich und Dein Unternehmen, sehr oft gegenüber Leuten, die Dich nicht kennen. Es ist also superwichtig, dass sie den richtigen Eindruck macht.

  • Wenn Du Beraterin oder Coach bist, sind freundlich und vertrauenswürdig sicher wichtige Stichworte.
  • Wenn Du Unikate in einem eigenwilligen Stil herstellst, sollte dieser Stil sich schon in der Webseite widerspiegeln.
  • Hast Du viel zu sagen, ist eine klare, prägnante Darstellung vermutlich das Richtige.

Hier kannst Du Dir den Raum vorstellen, in dem Deine Roboter-Empfangsdame Auskunft gibt. Wie ist er eingerichtet? Ist er übersichtlich und aufgeräumt, so dass man sofort alles findet? Ist er hell und freundlich? Machen warme, dunkle Farben ein gemütliches Ambiente?

Oder… steht womöglich überall Krimskrams rum? Liegt auf allem eine zentimeterdicke Staubschicht? Oder ist der Raum sogar fast leer?

Schick, aber nutzlos?

Eine ungute Kombination, die ich aber gar nicht so selten sehe: Die Webseite ist sehr schön gemacht, aber sie besteht aus großen (schicken!) Fotos, die keinen Inhalt transportieren, und sehr wenig Text. Sprich: null Informationsgehalt.

Vielleicht finde ich bei so einer Webseite auf irgendeiner Unterseite noch ein paar Infos, die mich interessieren, aber wenn es nicht wirklich wichtig ist, suche ich dann schon gar nicht. Wenn ich primär schöne Bilder sehen will, gehe ich in eine Ausstellung.

Bevor Du viel Geld für Hochglanzpolitur ausgibst – sorg dafür, dass es was zu polieren gibt!

Du bist gefragt!

All diese Fragen kann ich Dir stellen, aber nur Du selbst kannst wirklich entscheiden, was für Dich die richtigen Antworten sind:

  • Wie soll Deine Webseite wirken?
  • Welche Eigenschaften möchtest Du ihr geben?
  • Welche Funktionen nehmen Dir Arbeit ab?
  • Was wollen oder erwarten Deine Lieblingskundinnen?
  • Inwiefern ist Deine Webseite so wie Du, inwiefern nicht?
  • Und umgekehrt: Wie soll Deine Webseite NICHT sein? (Heißer Tipp: ungepflegt!)

Schreib mir gerne eine Kommentar, welche Frage Dich am meisten beschäftigt!

Und ganz am Rande: Es gibt seit Neuestem von mir und meiner Kollegin Barbara Gölz ein kostenloses Website-Coworking-Angebot, für alle die ihre Webseiten gerne regelmäßig pflegen möchten.